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Zertifizierung

EEBUS Zertifizierung

Die EEBUS Zertifizierung ist das offizielle Prüf- und Verifizierungsverfahren für Geräte, welche den EEBUS Standard realisieren. Sie bestätigt die standard-konforme, interoperable Kommunikation Ihres Produkts – geprüft im EEBUS Living Lab Köln und ausgestellt von der EEBUService GmbH.

Für Hersteller im Energiemarkt ist die Zertifizierung der direkte technische Nachweis der Konformität mit § 14a EnWG und § 9 EEG – den deutschen Netzsteuerungsvorschriften für regelbare Lasten und die Einspeisebegrenzung. Damit wird die Zertifizierung zu einem zunehmend entscheidenden Kriterium für den Marktzugang.

Was ist die EEBUS Zertifizierung?

Die EEBUS Zertifizierung ist das offizielle Verfahren zur Überprüfung, ob ein Gerät den EEBUS Standard fehlerfrei implementiert hat. Die Prüfung erfolgt anhand der offiziellen EEBUS Testspezifikationen und bestätigt, dass sich das Gerät genau wie vorgeschrieben verhält – sowohl auf Protokollebene (SHIP und SPINE) als auch auf Anwendungsebene (die EEBUS Use Cases).

In der Praxis umfasst dies drei Aspekte: die automatisierte Inbetriebnahme zwischen Geräten über den SHIP Pairing Service, die relevanten Steuerungs- und Überwachungs-Anwendungsfälle sowie die verbindliche Erklärung des Herstellers, dass über EEBUS empfangene Befehle im Gerät physikalisch umgesetzt werden. Zusammen bilden diese die technische Grundlage für netzunterstützende Steuerung und die nach § 14a EnWG und § 9 EEG geforderte Transparenz.

Die Zertifizierung ersetzt die bisherige Pilotqualifikation. Sie ist klar strukturiert, reproduzierbar und auf die Anforderungen eines wachsenden Marktes ausgelegt. Nach erfolgreicher Prüfung und einer vollständigen Herstellererklärung stellt die EEBUService GmbH das Zertifikat aus, vergibt eine eindeutige Cert-ID und trägt das Produkt in die öffentliche EEBUS Datenbank ein.

Was genau wird zertifiziert?

Die EEBUS Zertifizierung gewährleistet eine standardisierte und sichere Kommunikation für die netzdienliche Steuerung und Überwachung von Energieversorgungssystemen. Sie bildet die technische Grundlage für die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen gemäß § 14a EnWG und § 9 EEG. Die Zertifizierung bestätigt die korrekte und fehlerfreie Umsetzung der EEBUS Spezifikationen sowohl auf Protokoll- als auch auf Anwendungsebene.

Obligatorische Grundlage: Sobald ein Anwendungsfall zur Leistungsbegrenzung (LPC oder LPP) zertifiziert werden soll, ist der SHIP Pairing Service als Grundlage für die automatisierte Inbetriebnahme verpflichtend und ein fester Bestandteil der Prüfung.

Welche EEBUS Anwendungsfälle können zertifiziert werden?

Es können vier Anwendungsfälle zertifiziert werden – alle basieren auf der automatisierten Inbetriebnahme über den SHIP Pairing Service und die SHIP- und SPINE-Protokolle:

  • LPC (Limitation of Power Consumption) – Steuerung regelbarer Lasten gemäß § 14a EnWG
  • LPP (Limitation of Power Production) – Leistungsbegrenzung gemäß § 9 EEG
  • MPC (Monitoring of Power Consumption) – Bereitstellung aktueller Verbrauchsdaten
  • MGCP (Monitoring of Grid Connection Point) – Überwachung am Netzanschlusspunkt

Der Ablauf der EEBUS Zertifizierung in fünf Schritten

Für eine erfolgreiche Zertifizierung sind Kenntnisse der relevanten Testspezifikationen sowie eine vorherige Überprüfung der eigenen Implementierung anhand dieser Spezifikationen erforderlich. Alle erforderlichen Dokumente stehen im Download Bereich auf eebus.org zur Verfügung. EEBUS stellt außerdem Implementierungsleitfäden zur Verfügung (LPC, LPP, SHIP, SPINE, allgemeine Use Cases). Zur optimalen Vorbereitung kann der EEBUS Tester über die EEBUService GmbH lizenziert werden, um die Testfälle vorab in Ihrer eigenen Entwicklungsumgebung zu simulieren.

Der offizielle Antrag wird digital über das Webformular am Ende dieser Seite bei der EEBUService GmbH eingereicht. 

Das EEBUS Living Lab Cologne koordiniert die Logistik, das genaue Lieferfenster und den verbindlichen Testtermin. Der Hersteller sendet das physische Gerät mit der zu testenden Softwareversion nach Köln. Wichtig: Eine reine Softwarelösung oder eine Simulationslösung reicht nicht aus, das physische Gerät ist zwingend erforderlich.

Die Tests werden streng nach den offiziellen Testspezifikationen für Use Cases, den SHIP-Pairing-Service, SHIP und SPINE durchgeführt. Es werden keine physischen Interoperabilitätstests mit anderen realen Geräten durchgeführt.

Das Living Lab wertet die Protokolldateien aus und erstellt den offiziellen Prüfbericht. Mit diesem Bericht wendet sich der Antragsteller an die EEBUService GmbH (den Aussteller). Dort wird das Zertifikat ausgestellt, die Cert-ID einschließlich Logo vergeben und das Produkt in die öffentliche EEBUS Datenbank aufgenommen.

EEBUS Zertifizierte Geräte

Die EEBUS-Zertifizierung wurde gerade erst eingeführt, daher werden hier vorerst nur die allerersten zertifizierten Produkte angezeigt. Weitere Geräte werden derzeit getestet und hinzugefügt, sobald sie zertifiziert sind. Es lohnt sich daher, regelmäßig vorbeizuschauen. Jedes der aufgeführten Produkte hat die Zertifizierung erfolgreich durchlaufen, einschließlich der Überprüfung des Umfangs seiner EEBUS Kommunikation. Zukünftig werden alle zertifizierten Geräte in der EEBUS Zertifizierungsdatenbank gelistet sein.

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Kontaktieren Sie uns um eine Testung für die Zertifizierung Ihres Produkts im Living Lab Cologne zu vereinbaren.

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Kontaktieren Sie uns um direkt mit der EEBUService GmbH zur Ausstellung der Zertifizierung in Kontakt zu treten.

FAQs

Allgemeine Fragen & Prozess

Die Zertifizierung "Certified Power Limitation" richtet sich an alle Hersteller von regelbaren Anlagen (z. B. Wärmepumpen, Wallboxen, Batteriespeicher) sowie an Hersteller von Energiemanagementsystemen (EMS) und Steuergeräten, die auf dem deutschen Markt sicher und unter Einhaltung von § 14a EnWG und § 9 EEG operieren möchten.

Die Bearbeitungszeiten variieren je nach aktueller Laborkapazität. Wir empfehlen, den Antrag 4 bis 6 Wochen vor dem gewünschten Testzeitraum einzureichen. Die Termine werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anträge vergeben und unterliegen der Verfügbarkeit. Bei Terminüberschneidungen gilt folgende Prioritätenreihenfolge: Mitglieder → Nichtmitglieder → Wiederholungstests.

Die eigentliche Prüfung im Labor dauert in der Regel nur wenige Tage, vorausgesetzt, das Gerät ist gut vorbereitet. Der Gesamtaufwand von der Antragstellung bis zur endgültigen Zertifikatsausstellung hängt stark von der Qualität der Vorbereitungen des Herstellers ab. Wir empfehlen, den Antrag frühzeitig zu stellen, um rechtzeitig einen Termin im Labor zu sichern.

Die physischen Gerätetests finden in unserem EEBUS Living Lab Cologne in Köln statt. Bei der EEBus Initiative e.V., Deutz-Mülheimer Str. 183, 51063 Köln, Deutschland.

Nein. Nach erfolgreicher Terminvereinbarung senden Sie Ihr physisches Gerät (DUT) einschließlich der erforderlichen Konfigurationsdaten nach Köln. Das Laborteam kann die Spezifikationstests eigenständig durchführen.

Die technische Prüfung und die Tests im EEBUS Living Lab Cologne sind im Rahmen unseres gemeinnützigen Auftrags völlig kostenlos. Für die formale Prüfung der Unterlagen, die offizielle Ausstellung des Zertifikats und die Aufnahme des Produkts in die öffentliche Zertifizierungsdatenbank fällt eine einmalige Verwaltungsgebühr in Höhe von 1.500 € an, die an die Zertifizierungsstelle (Aussteller, EEBUService GmbH) zu leisten ist.

Der Vorgang wird nicht unterbrochen. Dank der erforderlichen Entwickler Schnittstelle und des transparenten Einblicks in die Laufzeitsignale kann unser Laborteam den Fehler in den meisten Fällen lokalisieren. Sie erhalten detailliertes Feedback und die Möglichkeit, die Software zu verbessern. Ein erneuter Test kann einmalig durchgeführt werden. Wird dieser nicht bestanden, ist ein neuer Antrag erforderlich.

Der Ablauf ist klar strukturiert: Das EEBUS Living Lab Cologne führt die Prüfungen durch und erstellt den technischen Prüfbericht. Mit diesem Prüfbericht beantragt der Antragsteller sein Zertifikat bei der EEBUService GmbH – der offiziellen Zertifizierungsstelle. Nach erfolgreicher Prüfung der Unterlagen stellt die EEBUService GmbH das Zertifikat aus.

Die Pilotqualifizierung war ein wesentlicher erster Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden Zertifizierungssystem, da sie den Ansatz in der Praxis validierte und die Grundlagen schuf. Aufbauend auf diesen Erfahrungen bietet die EEBUS Zertifizierung nun einen fundierteren und nachprüfbaren Konformitätsnachweis und gewährleistet einen höheren Standard. Eine zuvor bestandene Pilotqualifizierung ist daher nicht gleichbedeutend mit einer EEBUS Zertifizierung. Die Pilotqualifizierungsphase ist beendet, zuvor pilotqualifizierte Geräte bleiben vorerst aus Gründen der Transparenz und als Archivreferenz auf livinglabcologne.com gelistet.

Geltungsbereich, Rollen & Dokumente

Es wird ausschließlich die EEBUS Kommunikation geprüft, wobei das zu prüfende Gerät (DUT) die EEBUS Kommunikationseinheit (EECU) ist. Die Zertifizierung wird stets für ein bestimmtes Produkt erteilt, basierend auf dem Umfang der im Living Lab Cologne bestandenen Prüfungen.

Ja. Der Hersteller begleitet die Tests, und die entsprechenden Produkte der Händler können dann auf der Grundlage dieser Ergebnisse zertifiziert werden.

Verwendet eine Produktfamilie eine strukturell identische EECU, wird die EECU nur einmal geprüft. Dabei gibt es zwei Fälle:

Die EECU ist integraler Bestandteil des Produkts: Das Zertifikat kann für alle in der Produktfamilie aufgeführten Produkte ausgestellt werden.

Die EECU ist ein eigenständiges Produkt: Das Zertifikat gilt für die EECU, und kompatible Produkte werden darunter aufgeführt (mit dem Vermerk „nur in Verbindung mit der EECU“).

Das Prüfobjekt (DUT) übernimmt je nach Gerätetyp und Verwendungszweck vordefinierte Rollen:

Steuerung (SPINE-Ebene):

LPC (Begrenzung des Stromverbrauchs) – § 14a EnWG: LPC CS (das steuerbare Endgerät, das Begrenzungsvorgaben empfängt und umsetzt) oder LPC EG (das übergeordnete Steuerungssystem, das Begrenzungsvorgaben empfängt und an die Verbraucher weiterleitet)

LPP (Begrenzung der Stromerzeugung) – § 9 EEG: LPP CS (das Erzeugungssystem/der Speicher, das/der gedrosselt werden kann) oder LPP EG (das Leitsystem, das Drosselungsbefehle koordiniert)

Überwachung (MPC / MGCP):

MU (Monitored Unit): das überwachte Gerät, das aktuelle Messdaten liefert

MA (Monitoring Appliance): das System, das Messdaten empfängt und Transparenz schafft

Der SHIP Pairing Service macht den manuellen Konfigurationsaufwand vor Ort überflüssig. Anstatt kryptografische Schlüssel (SKIs) auf beiden Seiten manuell einzugeben, basiert die Inbetriebnahme auf einem einmaligen, automatisierten Austausch über mDNS und DNS-SD. Das Endgerät (DevA) wartet sicher auf die verschlüsselte Pairing-Anfrage und validiert diese kryptografisch; die Steuerbox (DevZ) sendet die authentifizierte Anfrage, um eine dauerhafte Vertrauensbeziehung aufzubauen. Zur Identitätsprüfung und für den TLS-Handshake werden sichere SHA-256-Zertifikats-Fingerabdrücke anstelle älterer SHA-1-basierter SKIs verwendet – entsprechend den aktuellen Anforderungen der IT-Sicherheitsbehörden.

Das hängt vom Gerätetyp und den unterstützten Anwendungsfällen ab. Die beiden folgenden Szenarien veranschaulichen, wie Rollen und erforderliche Dokumente in der Praxis zusammenwirken:

Beispiel A – eine vernetzte Wärmepumpe (§ 14a EnWG + Überwachung): verarbeitet Leistungsbegrenzungen aus dem Netz und meldet Verbrauchsdaten an ein übergeordnetes System.

Rollen (DUT): Inbetriebnahme DevA, Steuerung LPC CS, Überwachung MPC MU
Implementierungsleitfäden: LPC, SHIP + SPINE
Testspezifikationen: SHIP, SPINE, LPC, MPC
Parameterlisten: LPC (CS), MPC (MU)
Formulare: Herstellererklärung (CS) + Allgemeine Geschäftsbedingungen

Beispiel B – ein Energiemanagementsystem / EMS (§ 14a EnWG + § 9 EEG + Überwachung): fungiert als zentrale Steuereinheit eines Gebäudes – verarbeitet Befehle des Netzbetreibers, drosselt Verbraucher, schaltet Erzeuger ab und aggregiert Daten.

Rollen (DUT): Inbetriebnahme DevA; vorgelagerte Schnittstelle LPC CS + LPP CS; nachgelagerte Schnittstelle LPC EG + LPP EG; Überwachungsknoten MPC MA
Implementierungsleitfäden: LPC, LPP, SHIP, SPINE
Testspezifikationen: SHIP, SPINE, SPS, LPC, LPP, MPC
Parameterlisten: LPC (CS und EG), LPP (CS und EG), MPC (MA)
Formulare: Herstellererklärung (CS) + Allgemeine Geschäftsbedingungen

Sie sind sich nicht sicher, welche Rollen oder Dokumente für Ihr Produkt gelten? Teilen Sie uns dies einfach über das Kontaktformular mit. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Technische Vorbereitung & Anforderungen

Der Schlüssel zu einer schnellen Zertifizierung liegt in der Vorabvalidierung: Nutzen Sie die offiziellen Implementierungsleitfäden (SHIP, SPINE, LPC, LPP) aus dem Download-Bereich auf eebus.org und validieren Sie Ihre Implementierung vorab mit dem EEBUS Tester in Ihrer eigenen Entwicklungsumgebung. Der EEBUS Tester kann über die EEBUService GmbH lizenziert werden.

Die Tests werden im Living Lab Cologne mit dem standardisierten EEBUS Tester streng nach den offiziellen Testspezifikationen durchgeführt.

Nein. Es werden keine physischen Tests mit echten Geräten von Drittanbietern durchgeführt. Die Tests basieren ausschließlich auf den offiziellen EEBUS Testspezifikationen. Wir überprüfen, ob sich Ihr Gerät auf Protokoll- und Anwendungsebene exakt gemäß der Spezifikation verhält.

Um die Tests unabhängig durchführen zu können (was den Aufwand für beide Seiten erheblich reduziert), benötigen wir Zugriff auf die entsprechenden Laufzeitsignale. Beispiel für eine LPC-CS-Implementierung:

lpc:limit, lpc:duration, lpc:isActive, lpc:state, lpc:failsafe:limit, failsafe:duration, visibledevice:heartbeat (Zeitstempel des zuletzt empfangenen Heartbeats). Ohne Einblick in diese Signale ist es sehr schwierig, das Kommunikationsverhalten effektiv zu überprüfen. Außerdem benötigen wir eine EEBUS Reset Funktion, um das Gerät zuverlässig in den Init-Zustand zurückzusetzen – eine notwendige Voraussetzung für viele unserer Tests.

Ihr Gerät muss den Inbetriebnahmeprozess mit einem aktiven DHCP-Client starten (sowohl für IPv4 als auch für IPv6). Statische IP-Adressen sind im Labor für die Erstverbindung nicht zulässig.

EEBUS Geräte finden sich im Netzwerk nicht über feste IP-Adressen, sondern dynamisch über Multicast DNS (mDNS) und DNS-Based Service Discovery (DNS-SD). Das Gerät muss einen standardisierten „SHIP-TXT-Eintrag“ senden, der obligatorische Angaben wie die eindeutige SHIP-ID, den Zertifikats-SKI, die Marke, das Modell und die Gerätekategorie (Cat) enthält.